„Made in EU": 70 % EU-Ursprung bei E-Autos betrifft türkische Zulieferer
Der Vorschlag der EU-Kommission für einen Industrial Accelerator Act verlangt für geförderte Elektrofahrzeuge Montage in der EU und mindestens 70 % EU-Ursprung beim Komponentenwert ohne Batterie; 73,7 % der türkischen Automobilexporte gehen in die EU.

Der am 4. März 2026 von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag für einen Industrial Accelerator Act soll Produktion und den Einsatz europäischer Komponenten in der EU fördern. Der Vorschlag befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren.
Fahrzeuge, die bestimmte öffentliche Beschaffungen und Förderungen nutzen wollen, müssen demnach:
- in der EU montiert werden,
- bei mindestens 70 % des gesamten Ab-Werk-Werts der Komponenten (ohne Batterie) EU-Ursprung aufweisen,
- Ursprung und Wert der Komponenten mit Lieferantendokumenten nachweisen.
Für Batteriezellen gelten gesonderte Bedingungen. Erfasst sind batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge.
Nach Angaben des Exporteurverbands der Automobilindustrie Uludağ (OİB) exportierte die Türkei von Januar bis September 2026 Fahrzeuge und Teile im Wert von 31,1 Milliarden Dollar, davon 22,9 Milliarden in EU-Länder. Der EU-Anteil liegt mit 73,7 % über den 72,5 % von 2025. Saim Aşçı, Vorsitzender des 52. Ausschusses der Istanbuler Handelskammer, forderte dauerhafte Zusagen nicht nur für bestehende Investitionen, sondern auch für künftige Modelle, Batteriewerke und unabhängige türkische Zulieferer. Handelsminister Ömer Bolat hatte im Oktober erklärt, einige Bestimmungen könnten integrierte Lieferketten stören; die türkischen Erwartungen seien den EU-Institutionen übermittelt worden.
Was bedeutet das für Spritzgießer?
Für Lieferanten von Kunststoffteilen an europäische Fahrzeughersteller sind zwei Effekte denkbar: Bleibt die Türkei außen vor, könnten Aufträge für neue E-Fahrzeug-Programme zu Lieferanten in der EU wandern; selbst bei Einbeziehung werden mehr Kunden Ursprungs- und Wertnachweise verlangen. Rückverfolgbare Aufzeichnungen je Material, Werkzeug und Teil lohnen sich in beiden Fällen.
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