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Werkzeugkonstruktion

Kühlkanalarten in der Form: Wann Bohrungen, Baffles und Bubbler einsetzen?

Was unterscheidet konventionelle Kühlbohrungen, Baffles und Bubbler, und welche Geometrie passt zu welchem Formbereich?

27. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Die Kühlkanalauslegung bestimmt einen Großteil der Zykluszeit und beeinflusst stark die Teilequalität (Verzug, innere Spannungen). Die drei Grundmethoden ergänzen sich; die richtige Wahl hängt von Zugänglichkeit und Geometrie ab.

Gerade (konventionelle) Bohrungen

Die einfachste und günstigste Methode: gerade Bohrungen direkt im Block. Das Kühlmedium durchströmt die gesamte Bohrung, daher leicht zu bohren und zu reinigen. Nachteil: Bohrungen können nur geradlinig ausgeführt werden, enge/tiefe Bereiche wie Kerne sind oft mechanisch nicht erreichbar.

Baffles

Eine Bohrung wird bis zur Mitte des Kerns geführt, darin steckt ein Rohr mit einer dünnen Trennwand in der Mitte. Das Wasser tritt durch die Bohrung ein, fließt an einer Seite der Trennwand hinab, dreht unten und steigt auf der anderen Seite wieder auf. Wird bei tiefen Kernen eingesetzt, die mit gerader Bohrung nicht erreichbar sind; da der Durchfluss auf beiden Seiten der Trennwand nicht immer gleich ist, ist bei der symmetrischen Auslegung Sorgfalt nötig.

Bubbler

Ähnlich wie ein Baffle, jedoch ohne Trennwand: Ein dünnes Rohr in der Mitte spritzt Wasser direkt auf die Kernspitze, das Wasser fließt durch den Spalt zwischen Kernwand und Außenrohr zurück. Bei dünnen, langen Kernen (Stifte, dünnwandige Vorsprünge) wirksamer als ein Baffle, weil das Wasser direkt auf den heißesten Punkt – die Spitze – trifft.

Welche Methode wann?

  • Grundkörper und Kavitätsblöcke mit zugänglichen geraden Wegen: gerade Bohrungen (am günstigsten, am einfachsten zu warten).
  • Kerne mittlerer Tiefe (etwa 3-6x Durchmesser): Baffles.
  • Dünne, lange Kerne, deren Spitze heiß bleibt (Stifte, Bereich um Auswerferstifte): Bubbler.
  • Wenn keine dieser Methoden ausreicht und das Budget es erlaubt: konformales Kühlen in Betracht ziehen (siehe entsprechender Artikel).

Praktischer Hinweis

Die Kühlkanalanordnung ist nach dem Formenbau praktisch endgültig; eine Fließ-/Kühlsimulation vor dem T1-Versuch zur Vorhersage von Hotspots verhindert spätere Verzugsreklamationen in der Produktion.

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