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Material

Formstahlauswahl: Wo werden P20, H13, S136, NAK80 eingesetzt?

Wie wählt man Stahl für Formgrundkörper und Kavität anhand von Härte, Bearbeitbarkeit und Kosten aus?

24. Oktober 2026 · 1 Min. Lesezeit

Die Formstahlauswahl richtet sich nach der Teileanzahl (erwartete Lebensdauer), dem verarbeiteten Kunststoff (abrasiv/korrosiv oder nicht), den Anforderungen an die Oberflächenqualität und dem Budget. Eine falsche Wahl führt entweder zu vorzeitigem Verschleiß der Form oder zu unnötig hohen Kosten.

Die vier gängigsten Optionen

  • P20 (vorgehärtet, ca. 30 HRC): Die Standardwahl für mittlere/große Grundkörper- und Kavitätsblöcke. Leicht zu bearbeiten, kostengünstig; begrenzte Lebensdauer bei Hochglanzpolitur oder abrasiven Materialien (glasfaserverstärkt).
  • H13 (Warmarbeitsstahl, nach Härtung ca. 48-52 HRC): Beständig gegen hohe Temperatur und Druck; bevorzugt bei Aluminium-Druckgussformen und Spritzguss mit hoher Zykluszahl. Nach der Wärmebehandlung schwerer zu schweißen/nachzubessern.
  • S136 (rostfrei, ca. 50-54 HRC): Bevorzugt bei korrosiven Additiven (flammhemmend, antibakteriell) oder feuchtigkeitsempfindlichen Kunststoffen (PVC, manche Technische Kunststoffe) wegen der Beständigkeit gegen Rost und chemischen Verschleiß. Geeignet für Spiegelpolitur (optische/kosmetische Formteile).
  • NAK80 (vorgehärtet, ca. 40 HRC, hoher Ni-Anteil): Bietet bessere Polierbarkeit und gleichmäßigere Härte als P20; eine ausgewogene Wahl für Teile mit kosmetischer Oberfläche in mittleren bis hohen Stückzahlen.

Wonach sollte die Wahl erfolgen?

  1. Stückzahl/Lebensdauer: Für Prototypen und Kleinserien kann P20 ausreichen; bei hohen Stückzahlen verlängern H13/S136 die Lebensdauer.
  2. Abrasiver oder korrosiver Rohstoff? Glas-/mineralverstärkte Kunststoffe sind abrasiv (Härte ist wichtig); PVC und halogenierte Flammschutzmittel setzen korrosives Gas frei (rostfrei wird bevorzugt).
  3. Oberflächenanforderung: Bei Spiegel-/optischer Qualität liefert ein homogenes Gefüge (S136, NAK80) bessere Ergebnisse als gröber vergossene Stähle.
  4. Wärmebehandlung und Verzugsrisiko: Besteht nach dem Härten ein Risiko für Verzug/Maßabweichung, sind vorgehärtete Optionen (P20, NAK80) berechenbarer.

Praktischer Hinweis

Es gibt nicht den einen "besten Stahl"; die richtige Frage ist, welcher Stahl für dieses Teil, diese Stückzahl und diesen Rohstoff weniger Wartung und längere Lebensdauer bietet. Ein zertifizierter Härte-/Reinheitsbericht (Einschlüsse) vom Stahllieferanten verringert Überraschungen, besonders bei optischen/kosmetischen Formen.

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