Einfärben mit Masterbatch: Leitfaden für Dosierung und Konsistenz
Worauf sollte man bei der richtigen und konsistenten Dosierung von Farb-Masterbatch achten, und warum entstehen Farbunterschiede von Chargen zu Chargen?
Masterbatch ist ein Färbekonzentrat mit hoher Pigmentkonzentration, das mit einem Trägerharz (meist kompatibel zum Grundmaterial) zu Granulat verarbeitet wird. Die Dosierung ist sicherer und sauberer als mit reinem Pigmentpulver.
Wovon hängt die Dosierung ab?
- Typisches Verhältnis liegt bei 1-4 Gewichtsprozent; bei dunklen/opaken Farben steigt der Anteil, bei Pastell-/transparenten Tönen sinkt er.
- Kompatibilität des Trägerharzes: Der Träger des Masterbatches muss zum Grundmaterial passen (PP-Masterbatch → PP, PE-Masterbatch → PE); ein inkompatibler Träger kann den Schmelzindex (MFI) und die mechanische Festigkeit verändern.
- Wandstärke und Lichtdurchlässigkeit: Derselbe Anteil kann bei dünnwandigen oder teiltransparenten Teilen heller oder anders wirken; die Farbfreigabe sollte an der tatsächlichen Teilewandstärke erfolgen, nicht nur an einer Plattenprobe.
Typische Ursachen für Farbabweichungen von Charge zu Charge
- Kalibrierung der Dosiertechnik: Volumetrische Dosierer können bei Änderung von Granulatgröße/-dichte abweichen; gravimetrische (gewichtsbasierte) Dosierung ist konsistenter.
- Wechsel der Grundmaterialcharge: Rezyklat-/Regrind-Mischungen oder Basisharz von einem anderen Lieferanten können selbst beim gleichen Masterbatch-Anteil eine andere Grundfarbe/Opazität ergeben.
- Schmelztemperatur und Verweilzeit: Hohe Temperatur oder lange Verweilzeit können bei manchen Pigmenten (besonders organischen) zu Farbverschiebungen führen (hitzebedingtes Vergilben oder Mattwerden).
- Trocknung/Feuchte: Ein feuchter Träger oder Grundwerkstoff kann Gas-/Mikrobläschen in der Schmelze erzeugen und so ein mattes/stumpfes Oberflächenbild verursachen, das die Farbwahrnehmung verändert.
Empfehlungen zur Kontrolle
- Dosierverhältnis, Geräteeinstellungen und Materialchargennummer für die erste farbfreigegebene Charge dokumentieren und spätere Chargen damit vergleichen.
- Bei kritischen (sichtbaren/firmenspezifischen) Farben ist eine ΔE-Messung mit einem Spektralfotometer zuverlässiger als eine visuelle Beurteilung.
- Vor einem Wechsel des Masterbatch-Lieferanten wird ein Probelauf mit derselben Form und denselben Maschineneinstellungen empfohlen.
Praktischer Hinweis
Bei einer Farbreklamation zuerst die Kalibrierung der Dosiertechnik prüfen; in der Praxis ist die häufigste Ursache eine Dosierabweichung und kein tatsächliches Pigmentproblem.
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