Spannungsrissbildung
Das Formteil reißt bei der Montage, bei Kontakt mit Öl/Lösungsmittel oder mit der Zeit; der Riss beginnt meist in Spannungsbereichen.
Erscheinungsbild
- Feine Risse um den Anspritzpunkt oder Schraubdom
- Rissbildung nach der Reinigung oder nach Ölkontakt
- Weißbruch an der Bruchfläche
Tipp: Ob im Teil Spannungen vorliegen, lässt sich mit einem geeigneten Lösungsmitteltest prüfen (nach einem werkstoffspezifischen Verfahren).
Lösungsreihenfolge
- Nachdruck senken; Spannung durch höhere Werkzeugtemperatur verringern
- Das Teil einer Spannungsarmglühung (Tempern) unterziehen (Temperatur und Zeit passend zum Werkstoff)
- Liste der Chemikalienkontakte erstellen und unverträgliche Produkte ersetzen
- Ecken mit Radien versehen, Dicke und Verhältnis an den Schraubdomen überprüfen
Mögliche Ursachen
Prozesseinstellung
- Hohe Eigenspannung: übermäßiger Nachdruck, niedrige Werkzeugtemperatur
- Hohe Geschwindigkeit und Scherung
- Spannungsaufbau um den Anspritzpunkt
Rohstoff
- Amorphe Werkstoffe (PC, ABS, PS) sind chemikalienempfindlich
- Unverträgliches Öl, Lösungsmittel, Reiniger
Bauteilkonstruktion
- Scharfe Ecken, Schraubdome
- Spannung durch Presspassung
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Weitere Fehler
Unterspritzung (Short Shot)
Die Kavität füllt sich nicht vollständig; der am weitesten entfernte oder dünnste Bereich des Formteils bleibt unvollständig.
Grat
Kunststoff tritt an der Trennebene oder um die Auswerferstifte aus.
Einfallstelle
Eine Mulde auf der Oberfläche gegenüber einem dicken Bereich; die Oberfläche wird nach innen gezogen.
Lunker (Vakuumlunker)
Innerer Hohlraum in einem dicken Querschnitt des Formteils; die Außenfläche kann einwandfrei aussehen.